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Jeanstunika mit besonderen Details – Blusenshirt Kim_B

Liebe LeserIn,

gestern habe ich mich in der Vorankündigung des heutigen Beitrages ja mal wieder ordentlich aus dem Fenster gelehnt. Wo ist denn jetzt das Star Trek Kostüm? Na guck doch mal: DA 😀 . Mit Gürtel und Laserpistole (die Frisur paßt eigentlich schon gut) ginge das doch durch. Man braucht eben Fantasie, so wie ein gewisses männliches Mitglied dieser Familie, das oftmals meine neuen Stücke kommentiert, das aber keinesfalls näher benannt werden darf, nicht mal ansatzweise. Tut mir leid.

So und jetzt in SERIÖS: Longblusen oder Tuniken sind was Feines. Bequem, kaschierend und im Idealfall auch noch lässig. Beim Stofflieferant meines Vertrauens – Lebenskleidung – habe ich schon vor einiger Zeit eine sehr schöne und leichte (170 g/m²) Jeansqualität gefunden, die sich wunderbar für Blusen oder auch Kleider eignet. Dieser Jeansstoff ist nicht nur 100 % Bio, er hat auch noch einen dezenten Glanz, der auch nach der Wäsche nicht verschwindet. Kombiniert mit Schnittmuster Blusenshirt Kim_B in der Longversion ergibt das eine Jeanstunika nach meinem Geschmack 🙂 . Aber irgendwas ist hier anders an Kim_B?

Richtig! Ein paar neue Details habe ich mir dazu noch einfallen lassen, die so nicht in der Nähanleitung stehen – ich will versuchen sie hier näher zu erklären.

Neue Details bei der Jeanstunika
  • aufgesteppte Jeansstreifen an der Schulter
  • offene Verarbeitung am Halsloch (es darf ausfransen) – Raw Sewing (klingt cooler)
  • Seitentaschen
  • Fältchen auch am Ärmelsaum (Wiederholung von der vorderen Mitte)

Am prägnantesten sind sicher die betonten Schulterpartien. Hier habe ich Stoffstreifen (schräg zugeschnitten) gleichmäßig aufgesteppt. Sie legen sich automatisch genauso, wie hier abgebildet, da sie halbkreisförmig aufgesteppt wurden. Nach dem Waschen fransen sie noch etwas mehr aus – aber nicht übermäßig. Für noch mehr Tragekomfort und weil es zum Jeansstil paßt, habe ich einfache Eingrifftaschen in die Seitennaht gearbeitet. Die Taschenbeutel werden beim Zuschnitt des Vorder- bzw. Rückenteiles gleich mitdrangeschnitten. Bei zuwenig Stoff ist es auch möglich, sie extra zu schneiden und dann dranzusteppen. Es war nötig die Hüftrundung etwas abzuflachen, damit der Tascheneingriff ganz flach gebügelt werden kann. Der Saum ist original.

Welches Garn habe ich zum Absteppen verwendet?

Etwas dickeres Steppgarn (nicht in Bioqualität – konnte ich nicht finden) in kupferfarben. Unterfaden normale Garnstärke. Stichlänge 3,5.

Nähdetails Jeanstunika – wie geht’s genau?
1. Die Schulterbetonung durch aufgesteppte Stoffstreifen

Mithilfe eines Rollcuters oder einer Schere werden gleichmäßige Streifen im schrägen Fadenlauf aus dem Jeansstoff geschnitten. Streifenbreite 1,5 cm. Die Streifen mittig (reche Seite ist innen) zusammenbügeln.

Die Schulternähte der Jeanstunika schließen und beidseitig mit einem Kurvenlineal halbkreisförmige Linien auf den Stoff zeichnen. Ich habe 8 Stoffstreifen angenäht. Beginne am Armloch mit dem kürzesten Streifen. Jeweils mittig entlang der Kreidelinie steppen (rechte Streifenseite ist oben). Die Streifen ragen über die Armlochkante hinaus und werden am Schluß gleichmäßig eingekürzt.

Der letzte Streifen endet im Vorderteil ca. 12 cm von der Schulternaht nach unten gemessen, im Rückenteil sind es nur 10 cm. Je nach Größe und Geschmack kann man auch weniger oder mehr Stoffstreifen aufnähen.

2. Das Halsloch ohne Nahtzugabe offen gesteppt (raw edge sewing)

Der Beleg wird mit nur 3 mm Nahtzugabe am Halsloch zugeschnitten. Die Schulternähte mit französischer Naht schließen. (Bild 2: Beleg mit linker Seite. Schwarz=Vlieseline)

Der Halslochbeleg blitzt nun ca. 3 mm vor. Das Halsloch wurde doppelt abgesteppt: 0,2 und 0,5 cm

3. Seitenschubtaschen zufügen

Das originale Schnittmuster hat keine Taschen. Aber es ist wirklich keine Hexerei einfache Schubtaschen in die Seitennaht zu integrieren. Man zeichnet sich einen Taschenbeutel (siehe Foto) frei Hand auf ein Papier. Lege Deine Hand darauf – sie sollte bequem Platz haben.

Verbesserung gegenüber Foto unten (habe ich auch erst beim Nähen bemerkt, nach dem Zuschnitt versteht sich): Flache den Hüftbogen etwas ab, sodaß der Taschenbeutel passgenau angesetzt werden kann und schneide, dann den Beutel mitdran (oder extra, wenn der Stoff nicht reicht: Nahtzugabe nicht vergessen).

Die Seitennähte und der Taschenbeutel können in einem Durchgang gesteppt werden. Die Tascheneingriffsenden müssen verriegelt werden (von innen oder außen möglich).

4. Ärmelsaum mit Falte

Überlege, wo du die Falte gerne hättest, auch kannst Du die Tiefe anders bestimmen – das ist schlußendlich vom persönlichen Handgelenksumfang abhängig. Bei Größe 40 habe ich die Falte 2,5 cm tief und 5 cm hoch (inkl. Nahtzugabe) abgesteppt). Der Falteninhalt wird beim Bügeln nach vorne gelegt.

Hier siehst Du ganz genau, dass ich die Falte von der vorderen Mitte auch am Ärmelsaum wiederholt habe. Das Ärmelschnittmuster wurde dazu nicht verändert, die Falte ist 2,5 cm tief und liegt ca. mittig am Saum. Auch gut zu erkennen: Die Verriegelung des Tascheneingriffs.

Zuguterletzt ein Foto der gewaschenen Bluse. Die Ränder sind geringfügig mehr ausgefranst – so wie ich es erwartet habe und auch schön finde. Das Foto zeigt auch den matten Schimmer des Jeansstoffes sehr schön.

Die kürzlich genäht Cambag Tessa von Crearesa aus Leder trage ich sehr gerne dazu. Willst Du mehr darüber lesen, wie ich sie genäht habe? Hier kannst Du es nachlesen KLICK.Es macht Spaß Schnittmuster abzuwandeln – oft reicht schon ein kleines Detail und ein neuer Stoff und alles wird anders. Das ist einer der ganz großen +Punkte unseres Hobbies. Es lohnt sich seine Lieblingsschnittmuster genau anzuschauen und zu überlegen, ob man es nicht auch noch anders umsetzen kann.

Den Jeansstoff von Lebenskleidung jedenfalls finde ich so klasse, das ich ihn auf jeden Fall nochmal vernähen möchte. Für mich ein echter Klassiker, der hoffentlich noch lange im Programm bleibt.

live long and prosper and stay inspired

Ingrid B

Das Schnittmuster Blusenshirt Kim_B findest du HIER

Jeansstoff Bio Denim IBIZA Lebenskleidung.com HIER

Einige Fotos aus dieser Serie wurden übrigens bei Lichtpunkt.cc in Stuttgart gemacht. Das schraubt jetzt das Level für künftige Beiträge künstlich hoch. Aber diesem Druck werde ich leider leider nicht standhalten können. Aber ich verspreche, I’ll do my best – so oder so.

Rums

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ich näh bio

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Falttasche Lola_B – schenken oder selber behalten?

Falttasche Lola_B brauchst du nicht verpacken

Eine Falttasche für die Handtasche, ist immer ein gutes Geschenk – besonders wenn sie so praktisch ist und dabei noch schön aussieht. Meine Mutter, meine Schwester, meine Freudinnen – alle drumherum habe ich damit zu verschiedensten Anlässen schon beglückt (das hoffe ich zumindest :-)).  Keine ist wie die andere, jede ein Unikat. Diese wollte ich eigentlich auch verschenken…aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher 🙄

Falttasche Lola_B zusammengefaltet- Schnittmuster

Falttasche Lola_B - Schnittmuster Den Stoff hatte ich schon länger liegen – er ist von DaWanda KLICK  und ließ sich gut vernähen, auch wenn er etwas kompakter ist, als einfache Popeline.

Laut meiner Anleitung soll der Frontkreis genau mittig sitzen. Damit der Musterverlauf stimmt, habe ich ihn zur Seite versetzt – das funktioniert genauso. Finde ich gut! Durch die französische Seitennaht ist die Falttasche sehr robust – die kann einiges an Gewicht vertragen. Habe ich ja nun oft genug getestet.

LOLA_B immer wieder anders

Wer jetzt genau hinsieht – bemerkt vielleicht, dass die Steppnaht rund ums Gummiband fehlt. Das war übrigens Miriams Idee von @mecki_macht. Das Gummiband hält auch ohne den Stepp und die Ösen wurden durch Knopflöcher ersetzt (steht auch als Tipp im Ebook). Weil ich doch mit den Ösen immer so kämpfe und mindestens 10 verhaue, bis sie sitzen. 

Schrägband oder Einfaßband – das ist hier die Frage

Noch eine Abweichung vom Ebook: Das weiße Band hier ist kein Schrägband, wie im Ebook empfohlen. Es ist eine Art elastisches Einfaßband (aber kein Gummi).  Das hat den Vorteil, daß man das Band nicht bügeln muss, es wird einfach während des Nähens in der Hälfte gefaltet und an die Kante gesteppt. Bloss – wo habe ich es her….ich weiß es nicht mehr. Es war in meiner Bändersammlung. Ohje, sorry – einfach mal beim Nähbedarf schauen. Falttasche Lola_B brauchst du nicht verpackenSo – da is se. Ich schenk sie…mhhh…oder doch lieber behalten.Gehts Dir manchmal auch so, wenn Dir etwas besonders gut gelingt? Eigentlich wolltest Du es verschenken, aber dann hast Du Dich schwupps verliebt…und jetzt?

Wie verpacken? Gar nicht –  Lola_B ist doch schon verpackt :-D. Wenn Du auch Lolas nähen willst, findest Du das Schnittmuster noch bis zum 10. Dezember 2017 zum Schnäppchenpreis als Schnittmuster des Monats und zwar HIER.

Danke fürs Lesen, es grüßt Dich und wünscht Dir eine gute Zeit im Advent

Ingrid B.

Hier findest Du das Schnittmuster Falttasche LOLA_B

Verlinkt bei:

Rums

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Wie man einen Blusenärmel richtig einnäht – Blusensewalong 2017

Liebe Leser,

vor kurzem hat Nähbloggerin Elke von Elle Puls zum Blusensewalong 2017 aufgerufen und ich – neben vielen anderen  – habe mich entschieden mitzumachen. Aus 2. Gründen: 1. hatte ich Lust auch mal wieder an Bluse zu nähen, dann noch mit anderen zusammen oder sollte man eher sagen zeitlgleich. Wir sind ja quasi über den ganzen deutschen Sprachraum verteilt und zeigen uns gegenseitig zu festgelegten Terminen unsere Fortschritte (Instagram, Facebook,…), geben uns Tipps und präsentieren am Ende (am 9. Februar) die fertige Bluse. Besprochen werden natürlich auch die unterschiedlichen Schnittmuster, welche Probleme traten auf, für welchen Stoff hat man sich entschieden. Alles in allem, eine wirklich interessante Sache, bei der sich auch mein heutiges Thema ergab: Wie nähe ich einen Blusenärmel richtig ins Armloch?

Welches Modell?

Die Wahl (frei wählbar) fiel auf das  Schnittmuster „Helmi“ der  finnischen Modellschmiede   n a m e d.  Uuuund spannend für mich, endlich mal wieder ein ganz anderes Schnittmuster als die eigenen nähen und so einfach (Alle die schon mal ein Schnittmuster entwickelt haben, wissen jetzt, was ich meine 🙂 ): kaufen (€ 13,– für ein Downloadschnittmuster mein lieber Himmel die Finnen haben eine selbstbewußte Preisgestaltung – ok -es bietet 2 Versionen), ausdrucken, kleben und loslegen.

Nähbeispiel von Tweed & Greet von der Helmi-Tunic-Blouse. Sehr schön umgesetzt – da muss ich mich anstrengen.

Das Material:

Diese beiden Stoffe hatte ich ins Auge gefasst. Entschieden habe ich mich nach einigem Ringen, welche Farbe mich weniger blass macht (sollte jemand gerade Sommer haben, bei uns ist Winter – das bedeutet wenig Sonne, ach was, so gut wie gar keine Sonne) für

den dunkelblau-grünlich schimmernden (sieht man hier leider nicht aber gleich) Fischgrat. 100 % mercerisierte italienische Baumwolle aus meiner Vergangenheit – als B l u s e n d e s i g n e r i n. Jaaaa, jetzt ist es raus. Ich habe lange Jahre in Hamburg und danach in München als Blusendesignerin gearbeitet.  Als es noch  deutsche Firmen gab, die nur Blusen verkauften und viele Frauen, die sie auch trugen. Aber das ist eine andere (spannende) Geschichte. Der Stoff ist eigentlich ein klassischer Herrenhemdenstoff und in seiner Strenge passend zu dem reduzierten Schnittmuster, wie ich finde. Na, wir werden ja sehen. (Jetzt hängt die Latte automatisch höher, ohje —haha).

Nähen

Beim 1. Termin hatte ich den Grundbody am Abend vorher genäht (auf den letzten Drücker 😎 ). Die Nähanleitung – übrigens in Englisch – ist sehr übersichtlich aufgebaut. Trotzdem hat mir so das eine oder andere Detail kopfzerbrechen bereitet. Z. B. habe ich schlichtweg nicht verstanden, wie ich die verdecke Leiste nach Anleitung falten soll. Ich habe es dann so gemacht, wie ich es kenne und basta. Mit dem Rest kam ich bis jetzt ohne Anleitung klar.

Blusenärmel richtig einsetzen

Nun komme ich zum eigentlichen Hauptthema meines Beitrages, der sich sozusagen „nebenbei“ ergab. Wenn man eine Bluse näht,  wird man bei den meisten Modellen verwundert  (zumindest der Nähanfänger) feststellen, dass der Ärmelumfang der Armkugel ja viel weiter ist, als das Armloch selbst. Beim Einnähen des Ärmel weiß man nicht wohin mit dieser sogenannten Mehrweite. Man dehnt und zerrt oder näht gar den Ärmel enger – aber ganz entspannt. Es ist richtig so, es muss so sein, weil das zusammen mit dem richtigen Bügeln ein sehr schön eingesetzten Ärmel ergibt. Bei Blazern ist das übrigens noch ausgeprägter. Kann man mal drauf achten.

Doch wie setzt man den Ärmel mit mehreren Zentimetern Mehrweite jetzt ohne Fältchen in ein kleineres Armloch? Ich möchte hier zeigen, wie ich es mache und wie es auch im Originalebook von  n a m e d (allerdings deutlich verkürzt) vorgeschlagen wurde.

  1. Steppstichlänge auf 4-5 einstellen. Eine Hilfsnaht von Querzeichen zu Querzeichen an der Armkugel steppen und zwar in der Nahtzugabe knapp neben der zukünftigen Schließnaht.
  2. Die Armkugel leicht einkräuseln (ein Fadenende wird festgehalten, am anderen wird vorsichtig gezogen. Die entstehenden Fälten gleichmässig mit den Fingern verteilen)
    Aermel richtig einsetzen - Mehrweite einkraeuseln
    Aermel richtig einsetzen – Mehrweite einkraeuseln


  3. Seitennaht schließen und Nahtzugabe flach auseinanderbügeln (bei Blusen aus feinen Baumwollstoffen werden die Nahtzugaben einzeln versäubert und auseinandergebügelt um sich beim Bügeln sowenig wie möglich durchzudrücken.)
  4. Bluse linke Seite nach außen wenden, beim Ärmel ebenfalls und den Ärmel in das Armloch stecken. Wichtig: der Bereich außerhalb der Hilfsnaht – also bis zu den Quermarkierungen – enthält nie Mehrweite und muss ganz flach im Armloch liegen. Die Mehrweite verteilt sich im oberen Bereich der Armkugel und kann jetzt genau ans Armloch angepasst werden. Der Ärmel ist noch zu weit: Hilfsfaden enger ziehen und Fältchen verteilen oder bedarfsweise umgekehrt.
  5. Genäht wird nun von der Ärmelseite. Stichlänge ca. 3 oder kleiner beim Kreuzungspunkt der Ärmelseitennaht beginnend steppen. Der Stepp (rot) verläuft ca. 2 mm neben der Hilfsnaht im Teil (nicht in der Nahtzugabe!) Ich arbeite mich langsam Stich für Stich vor und richte dabei immer mit dem Fingern die obere und die untere Stofflage, damit keine Fälten genäht werden. Die Stecknadel ziehe ich jeweils kurz vor dem Drübernähen aus dem Stoff.
  6. Bluse nach rechts wenden und die Naht von außen kontrollieren (Besonders gut geht es auf der Schneiderpuppe). Meistens hat man doch das eine oder andere Fältchen oder auch einen Bogen genäht. Kein Problem! Einfach an den jeweiligen Stellen ein paar Stiche öffnen und nochmal – und diesmal von der Blusenseite (vorher war es die Ärmelseite, weißt Du noch?) –  nachsteppen.
  7. Nun folgt das sogenannte Einbügeln der Fältchen mit Dampf. Lege den Ärmel so aufs Bügelbrett, dass du die Fältchen siehst und bügle nur mit der Bügeleisenspitze Stück für Stück (wichtig: mässig Dampf!) die Fältchen in der Nahtzugabe flach.
  8. Schneide die Nahtzugabe auf 0,8 mm zurück und versäubere (Ausnahme! 🙂 ) die Nahtzugaben zusammen.
  9. Ein letztes Mal von rechts bügeln, die Nahtzugabe weist in den Ärmel. Und jetzt darfst du dich über einen schön eingesetzten Ärmel freuen  😀

Ganz schön viele Details für eine einzige Naht – aber die Ärmelnaht ist eben auch eine besondere Naht.

Alles klar? Wenn nicht, schreib mir gerne – auch wenn Du noch andere Tipps und Tricks zum Thema kennst. Wie immer ist das nur eine Möglichkeit beim Nähen zu einem guten Ergebnis zu kommen. Und nächste Woche gibts dann die Auflösung (hoffentlich)  – die fertige Bluse und nicht nur die, sondern ganz viele andere schöne und individuelle Modelle gesammelt zu sehen bei Elle Puls.

Nähen verbindet, stimmt´s?

Herzliche Grüße

 

 

 

 

 

 

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Wie verarbeitet man Wollfilz und Walkstoffe?

Liebe Leser,

der Herbst ist da und der Winter naht – hast Du Lust auf Filz? Wenn ja, in diesem Artikel geht es genau darum, um gefilzte bzw. gewalkte Stoffe. Zuerst beschreibe ich in einer allgemeinen Übersicht, woraus bzw. wie Filz/Walk hergestellt wird und welche besonderen Eigenschaften diese Qualitäten für sich beanspruchen, die sie für alle Selbermacher so interessant machen. Im zweiten Teil des Artikels findest Du dann Nähtipps speziell zum Thema.

Da ich sehr gerne Filz wie auch Walk verarbeite und auch mehrere Schnittmuster für Taschen und ein besticktes Brillenetui aus Filz sowie eine Kindertunika aus Walk entwickelt habe, hat mich Makerist, mein Kooperationspartner im Schnittmusterverkauf, dazu angeregt, über dieses Thema zu schreiben.

Gezeigte Modelle: siehe unter Schnittmuster

Woraus besteht Filz bzw. Walk:

Ursprünglich 100 % Tierhaare wobei heute Schafwolle am gebräuchlichsten ist. Mittlerweile werden auch viele Mischungen unterschiedlichster Zusammenstellung angeboten. 

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Filz und Walk und wie werden diese hergestellt? 

Filz: Fasern werden durch mechanischen Prozess – das Walken (Drücken, Rubbeln, Kneten) unter Einwirkung von Wasser und Seife miteinander verbunden. 

doubelfacefilz
Doublefacefilz von Patch_and_Work/DaWanda

 

Walk: Der mechanische Prozess ist ähnlich oder gleich, wie beim Filzen, allerdings werden gewobene bzw. verstrickte Gewebe gewalkt.

wollwalk
100 % Wollwalk

 

Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften werden Filze wie auch Walkstoffe nachweislich seit Jahrtausenden von den unterschiedlichsten Kulturen hergestellt. Jeder kennt den Walkjanker, der längst seine „Trachtenecke“ verlassen hat und auch in konventionellen Kollektionen immer wieder neu und vor allem nicht trachtig interpretiert wird. Filze haben soviele Anwendungsgebiete, das übersteigt bei weitem diesen Beitrag. Aber uns interessiert vor allem was wir daraus Schönes Nähen können, z.B für Taschen, Kissen, Schuhe und sonstige Accessoires.

Die Eigenschaften von Filz und Walk:

Gefilzte Stoffe sind meist (allzu feine Qualitäten ausgenommen) winddicht, wasserabweisend, sehr strapazierfähig, knitterarm und sehr gut wärmerückhaltend. Ausserdem sind sie langlebig, pflegeleicht und einfach zu verarbeiten.

Grundsätzliche Verarbeitungstipps für gefilzte Stoffe

Besonders Stoffe erfordern auch eine besondere Verarbeitung. Durch die Art und Weise der Herstellung werden die Fasern so verbunden, dass Filz bzw. Walk nicht ausfranst. WOW! Das ist eine weitere wunderbare Eigenschaft, die man sich bei der Verarbeitung zu nutze macht. Die Kanten müssen also nicht zwingend versäubert werden. Man kann sie sogar als Gestaltungselement offen zeigen.

Vor der Verarbeitung werden gewalkte Stoffe entweder mit einem sehr feuchten Tuch abgebügelt oder im Wollwaschgang gewaschen. Abgebügelt werden alle Wollstoffe die später nur gereinigt werden sollen. Abbügeln heißt: Ein Küchenhandtuch nass machen auf den einfachen Stoff legen und das Tuch trocken bügeln, den Stoff gut ausdampfen lassen.

Schnittmuster bezeichnen 

Das ist zugegeben nicht ganz einfach und  auch farbabhängig. Sollte es mit der frisch geschärften (TIPP: einfach mit der Messerklinge beidseitig schräg abkratzen) Schneiderkreide nicht funktionieren, kann man auf Bleistift oder auch Filzstift ausweichen. Die Linie aber bitte beim Zuschneiden, wegschneiden.                

Zuschneiden:

mit der (scharfen 😉 ) Schneiderschere

walkschneiden

Für gerade Strecken eignet sich der Rollcutter bestens (aber bitte mit Unterlage), weil es dann keine Ansätze gibt. Filze die dicker sind als 2 mm (Filzplatten für Taschen etc.) schneidet man mit dem Cutter.
filzschneiden

Soweit Rundungen vorhanden sind, schneide ich diese nach dem Grobzuschnitt  mit einer kleinen Schere nach, da man Rundungen mit dem Cutter nicht so präzise schneiden kann.  Auch eine Möglichkeit die Kante zu gestalten: Mit der Zick-Zack-Schere:filzzick-zack-kante

Nähen:

Möglichkeit No. 1: Wenn man eine flach liegende Nahtstelle erreichen möchte, schiebt man die Kanten ca. 1 cm übereinander und steppt dann. (Für Filz und Walk geeignet.)

filzflaechenverbinden1

Wichtig! Am Nähbeginn muss der Nähfuss ausgeglichen werden, da er durch die hohen Stofflagen nach hinten kippt. Lösung: Filzstück von hinten unter den Nähfuss legen (wird nicht mitgenäht). Je dicker das Material, umso schwerer wird es Stecknadeln zu stecken. Man kann sich mit Klammern behelfen oder mit doppelseitigem Klebeband (Stylefix). Bei Filzplatten ab 3 mm ist diese Art der Verbindung nicht einfach zu arbeiten. 

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Kantenbearbeitung mit Zick-Zack-Schere als schmückendes Element

Möglichkeit No. 2: Man legt Kante auf Kante genau übereinander und steppt im gewünschten Abstand gleichmässig die Kante entlang. (Für Filz und Walk geeignet.)

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Ergibt je nach Materialstärke eine eher wulstige Naht die innen oder außen sein kann. Anmerkung: Falls die Naht außen liegt, bitte darauf achten, dass die Kanten der Nahtzugabe präzise geschnitten sind.
img_6048
Nahtzugabe ist links.

Möglichkeit No. 3: Kante genau an Kante legen und z.B. mit Zick-Zack-Stich verbinden. Das ergibt eine schöne flache Naht. (Eher für Filz empfohlen.)

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Kantenverarbeitung:

Kanten können grundsätzlich offen gelassen werden,  da sie ja wie gesagt nicht ausfransen. Abhängig vom jeweiligen Stück und dessen Verwendung möchte man aber vielleicht doch die Kante versäubern. Auch hier bieten sich mehrere Möglichkeiten an:

Möglichkeit No. 1: Mit einem Overlockstich oder passendem Zierstich einfassen.

walkmitoverlocknaht

Möglichkeit No. 2: Kantenverstärkung mit Streifen aus derselben Qualität

kantenverarbeitungwalk
Am Beispiel einer Arm- bzw. Halslochverarbeitung. Die Kanten sind nur geschnitten. Der gleichmässig zugeschnittene Streifen wird links auf links doppelt an die Kante gesteppt. Durch das Tragen verfilzt die Kante mit der Zeit und bleibt stabil.

 

Möglichkeit No. 3: Einfassen mit einer Wolltresse. Eine traditionelle und hochwertige Art der Kantenverarbeitung.walk_mit_wolleinfass

Soweit zum Thema. Ich möchte anmerken, dass diese Beispiele sicher um weitere Arbeitstechniken ergänzt werden können. Die Aufzählung pocht nicht auf Vollständigkeit, sondern ist mein ganz persönlich Wissen, das ich im Umgang mit gefilzten Stoffen im Laufe der letzten Jahre erworben habe. Kennst Du noch andere Verarbeitungen oder hast Tipps im Umgang mit den besprochenen Materialien? Schreibe mir gerne Deine Erfahrungen und teile sie mit allen interessierten Lesern.

Herzlichst UnterschriftIngrid

 

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Stoffe imprägnieren durch Wachsen – Waxing

Liebe Leser,

Dear  reader, you can translate this article about waxing in any language you like to. Just choose your language  with google-translate. You will find the google-translate-plugin in the sidebar. 🙂

IMG_5839Heute gibt’s mal sowas wie einen Tatsachenbericht über eine selbst imprägnierte  und -genähte Tasche durch Waxing: Wie sieht eine Tasche aus, die 2 Jahre sehr stark genutzt  und dabei nicht geschont wurde – so nämlich. Shopper LIZZ habe ich vor 2 Jahren aus einer Jeans/Leder-Kombination genäht. Die Tasche benutze ich nach wie vor mehrmals in der Woche (Realityfoto oben nach 2 Jahren Gebrauch – wozu das? Erschließt sich gleich noch). Sie ist geräumig, passt sich vielen Outfits an und kann auch Schweres (ver)tragen. Aber…man kann sie nicht waschen  – das heißt man könnte schon, aber es war einfach noch NIE nötig? HILFE! Wieso das jetzt? Wir waschen doch so gerne und zwar alles, was in die Maschine passt. Stimmt’s?   😳 Es liegt zum einen an der Materialwahl und der speziellen Behandlung auf die ich gleich komme und zum anderen an den dunklen Farben, die schlichtweg unempfindlich sind.

Bevor ich das Material vernäht habe und nachdem ich es gewaschen (also doch…) hatte, habe ich es gewachst um es wasser- und fleckenabweisend zu machen. Kurz gesagt: unempfindlicher. Wachsen ist eine uralte Technik, die auch noch heute, im Zeitalter der Microfasern,  z.B. im Outdoorbereich für Kleidung aber auch für Taschen etc. angewandt wird. Einer der bekanntesten und teuersten englischen Hersteller von Outdoorjacken wachst diese, um sie regenabweisend zu machen. Nach einiger Recherche habe ich mich für reines Bienenwachs (vom Imker) entschieden. Es gibt (wie sollte es anders sein) auch fertige Produkte, zu denen ich aber nichts weiter sagen kann.

Jeansstoff wachsen, wie geht das?

Du brauchst:

  • Stoff (aus Naturfasern: Baumwolle, Leinen, Hanf)
  • 1 Kerze
  • Feuerzeug
  • Klumpen Bienenwachs
  • Bügeleisen
  • Unterlage die fettig werden darf

IMG_2347Und schon geht’s los: Das Bienenwachs über der Flamme erweichen, dabei bewegen, es soll ja nur abschmelzen und nicht tropfen.IMG_2349 Sofort mit gleichmässigen Bewegungen über den Stoff (rechte Seite) abstreichen. Dazwischen das Wachs immer wieder über der Flamme erwärmen.IMG_2352 Klappe den gewachsten Stoff zusammen und bügle ihn so heiß wie möglich (Umbruchkante nicht festbügeln!) Bei diesem Vorgang schmilzt das Wachs und verbindet sich so mit dem Material. Du kannst nun das Wachsen nochmal wiederholen, wenn du möchtest. IMG_2354 Nach dem Bügeln sieht die rechte Seite so aus. Kaum noch Wachsreste. Die werden im Laufe der Verarbeitung noch verbügelt und verschwinden völlig. Oder einfach nochmal nachbügeln. Tipp: Wenn du dein Bügeleisen vor Wachs schützen möchtest, kann du zusätzlich noch einen dünnen Baumwollstoff zwischen gewachstem Stoff und Bügeleisen legen.

So, das war auch schon alles. Keine Zauberei.
IMG_2355

Sorry für die Fotoqualität. Völlig überbelichtet. Eigentlich ist das ein dunkelbraun.

GurtbandmitLeder_0014Blick auf die fast fertige Tasche. Eine Anleitung für die Griffe habe ich übrigens auch geschrieben. Sollte dich das interessieren, findest du sie hier: KLICK

Was ich noch sagen kann, durch das Tragen und auch Wachsen wurde der Stoff mit der Zeit immer weicher. Die Tasche hat insgesamt an Formstabilität eingebüßt, was mich aber nicht im geringsten stört. Im Gegenteil, ich schätze die weiche Oberfläche und auch den Used-Look, den das Leder inzwischen an einigen Stellen hat (siehe Foto ganz oben).

Das muss doch ausprobiert werden, oder?

Viel Freude beim Nachmachen, wünscht Dir

UnterschriftIngrid

PS: Nur zur Vervollständigung: ich hab gerade geschnüffelt, sie müffelt auch nicht  :-D. Davon leite ich jetzt mal ganz großzügig ab, wir sollten mehr wachsen und weniger waschen. Was Denkst du?

Verlinkt bei creadienstag

Schnittmuster Shopper LIZZ

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Nähanleitung für eine Stoffblume aus Stoffresten

Liebe Leser,

diesmal frei nach dem Motto: In der Kürze liegt die Würze. (Ich hoffe zumindest, dass mir etwas Würze gelingt, trotz „grau in grau“.).

Blumen sind mir Inspiration in jeglicher Form, so mag ich sie auch aus Stoff, weil sie jedes  Outfit  persönlicher machen und es, wie in diesem Fall, sogar vermögen, diese schlichte Zusammenstellung  zu brechen und ein wenig Romantik anklingen zu lassen.

IMG_5555a IMG_5554a

 

Die Ansteckblume ist aus Leinenfeinstrick. Die Kanten sind geschnitten und unversäubert. Jersey eignet sich auch prima und auch jedes andere Material, wenn man Fransen zulassen kann  😉 . Sie hat auf der Rückseite eine Anstecknadel.

Möchtest Du sie nachnähen und Deine Shirts, Kleider und Jacken damit aufpeppen? Hier geht’s zur Anleitung: ebook-stoffblume. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser kleinen aber feinen Anleitung.

Was mich noch interessieren würde, womit peppst Du so Deine Sachen auf?

Herzliche Grüße

UnterschriftIngrid

Dankend verlinkt bei rums

Trenchcoat: opus, Shirt

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Wie man die Falttasche LOLA_B am Einfachsten faltet

Liebe Leser,

heute mal was ganz Neues – auch für mich. Mein erstes Video. Zugegeben es ist nicht perfekt. Aber der Wille muss für das Werk stehen.

Worum geht es? Ich zeige Euch in kürzester Form, wie man die Falttasche LOLA_B am Einfachsten in die Verkleinerungsoption faltet.LOLA_B
Hiermit komme ich der Bitte einzelner Kundinnen nach, die mich danach gefragt haben. Da es fotografisch schwierig darzustellen ist, habe ich meinen Sohn – der auf dem Gebiet Videos deutlich mehr Erfahrung hat als ich – gebeten mir zu helfen.

Viel Spass beim Anschauen  😀

Herzliche Grüße sendet Euch, die im digitalen Zeitalter endlich angekommene

UnterschriftIngrid

Das Schnittmuster zur Falttasche LOLA_B findest zu HIER

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Zicke-Zacke-Strickjacke

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Ende August hatte ich das Glück, genau zu dem Zeitpunkt in Hamburg zu sein, als dort der holländische Stoffmarkt war. Was soll ich sagen, es war toll. Die Sonne strahlte milde auf uns herab, während wir (meine Schwiegermama samt Strickrunde) glückstrunken mit leuchteten Augen zwischen den Ständen herumtorkelten. Im Kaufrausch eben. Das können viele absolut nicht verstehen, was an einem Stoffmarkt nun so berauschend sein soll. Das brachte ein einsamer Mann (es waren ja eher Frauen zugegen) der mittendrin telefonierte auf den Punkt“….ich bin hier im Vorhof der Hölle“, hörte ich ihn in sein Smartphone sagen. Oooch der Arme.

Ich möchte die ersten beiden vernähten Stoffe zeigen, die ich am Stoffmarkt erstanden habe. 1. einen phänomenalen Zick-Zack-Wollstrick. Ganz weich mit minimalem Mohairanteil trägt sich diese Jacke wunderbar. Lt. dem Verkäufer ist der Strick aus dem Überhang der Missonikollektion (nein sowas). Es gab noch eine 2. Farbstellung mit Pinktönen.

Leider war mal wieder keiner da (da hört man eine gewisse Anklage raus), um mir bei den Fotos zu helfen. Hier seht Ihr den Versuch mich selber einzufangen und dabei noch ansprechend auszusehen. Um nicht stocksteif dazustehen, hörte ich dazu Musik. So und bevor Ihr Euch jetzt die Fotos anseht, stellt Ihr Euch bitte in Eurem Inneren Ohr den Sound von „Happy“ von Pharrell Williams vor. Ok, habt Ihr`s und los geht’s.
IMG_2904 KopieIMG_2899 Kopie

…mitsingen…Unscharf? Das darf so.IMG_2896 Kopie Jetzt aber mal von vorne. Die Jacke ist ohne Schnitt entstanden. Ja nicht ganz, es gibt diverse Anleitungen dazu im Internet, z.B. auf Pinterest und auch bei Blogkolleginnen habe ich schon Versionen davon genäht gesehen. Obwohl dieser Schnitt der einen oder anderen bekannt sein dürfte, wollte ich ihn nochmal aufgreifen, weil er schlichtweg genial einfach nachzunähen und ein Papierschnitt nicht nötig ist. Und mit Zick-Zack sieht das ja wieder ganz anders aus. IMG_2900 Kopie
IMG_2915 KopieUnd das SHIRT? Neuer Schnitt von meiner Wenigkeit. Noch wird er von mir und den Probenäherinnen getestet. Der leicht glänzende Viskosebistretch verlangt Fingerspitzengefühl und rollt sich sofort nach dem Zuschnitt an den Kanten ein. Das habe ich mir zunutze gemacht und die Säume offen belassen. (Ein Nachtrag: mittlerweile ist das Shirt gewaschen und die Säume liegen platt da, jetzt muss ich sie doch noch umnähen.)

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Diawände sind ja so praktisch.

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So sieht die Gute im flachen Zustand aus. Es gibt nur 2 Verbindungsnähte ansonsten werden lediglich die offenen Säume umgeschlagen und mit Stretchstichen festgenäht. Natürlich bin ich auch Opfer meiner eigenen Ungeduld und genau dieser verheißungsvollen Einfachheit geworden: Der Musterverlauf hätte optimaler sein können – aber wir wollen mal ein Auge zudrücken. Vielleicht ändere ich es ja noch, ja vielleicht, könnte sein, mal sehen…

Anleitung zum Nachnähen (bitte elastischen Stich verwenden)

1. Strick zuschneiden: 85 cm x 95 cm (die Maße sind aber nicht festgeschrieben, je nachdem welchen Umfang bzw. Länge die Jacke haben soll).Strickjacke Anleitung2 2

2. Die kurzen Seiten zusammennähen, dabei auf der Seite, wo der Bug ist, 20 cm geöffnet lassen für die Armlöcher.

Strickjacke Anleitung2 1

3. An den Armöffnungen 1,5 – 2 cm Saum nach innen schlagen und festnähen.

Strickjacke Anleitung

4. Saum nach links schlagen, z.B. 6-8 cm (das ergibt einen angenehm breiten Umschlag am Hals) und ebenfalls festnähen.Strickjacke Anleitung2

Das sollte fertig in etwas so aussehen:IMG_2927Beim Shirt bitte ich noch um etwas Geduld. Bald schon ist der Schnitt fertig. Es ist aber nicht nur ein Shirt, das Schnittmuster wird abgeleitet von einem Kleid und man kann es wahlweise so oder so nähen. Bleibt gespannt und lasst es Euch gut gehen

herzlichst  Ingrid

Achso, hätte ich jetzt fast vergessen: Selbstverfreilichtum freue ich mich über jedes Like auf Facebook oder Google+ oder natürlich schriftliche Hinterlassenschaften in Form von Kommentaren.  😆

Meinen Beitrag durfte ich freundlicherweise verlinken bei  handemadekulturrums, kostenlose Schnittmuster, create in Austria. Danke. 

 

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Hängerchen aus aussortiertem Herrenhemd – Gratisschnittmuster


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An den letzten megaheissen Tagen schoss es mir sozusagen siedend heiss ein, was man aus einem aussortierten Herrenhemd machen könnte (hat man natürlich schon öfter in Varianten gesehen). Irgendwann sind Kragen und Manschetten abgenutzt, der restliche Stoff aber viel zu schade zum Wegwerfen. VOILÀ – hier mein 1-Stunden-Projekt: Ich wollte noch Seitennahttaschen dazufügen, das wurde mir aber von der Trägerin (die erstaunlich genau weiß, was sie will oder auch nicht…) untersagt. Man könnte diese entweder aus den Ärmeln oder auch sehr schön, aus einem Kontrastmaterial – passend zum Band –  schneiden.
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Die Knöpfe habe ich entfernt und die Naht in die Rückenmitte gelegt. Die Brusttasche habe ich ebenfalls abgetrennt. Es wäre aber auch denkbar, sie zu belassen und z.B. das VT mit Tasche + Knopfleiste zu arbeiten. Vorder- und Rückenteil sind identisch.

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Als Durchzug musste ein farbiges Schuhband herhalten – zufällig genau die richtige Länge. Es wird einfach durch den gesteppten Tunnel geführt. Die Blume ist aus Papier, ich hatte sie schon mal gezeigt, schau mal hier.

IMG_1090 Kopie Zuschnitt: Vorhandenes Hängerchen auf das Hemd gelegt, grosszügig drumherum geschnitten – da die obere Kante ja eingereiht wird, darf da ruhig ein bisschen mehr Weite sein. Die fertige Länge habe ich so wie sie war gelassen. Für euch habe ich nun den Schnitt auf Papier aufbereitet. Er passt für Größe 110 – 134 als Eingrößenschnitt, bei dem man nur die Gesamtlänge je nach Körpergröße ändert. Und wenn du es  hüftkurz machst, hast du ruck-zuck ein luftiges Blusentop.IMG_2264 Kopie

Jaaaaaa, das hätte der kleinen Dame gefallen – Mama ordentlich einwässern. Aber zum Glück war da die Scheibe dazwischen.

Und hier nur für dich: SchnittHaengerchen. Schnell Papas Schrank durchwühlen … aaahhh das Schöne gepunktete zieht er eh nie an und es kann losgehen….(für etwaige Ehekräche und beleidigte Ehemänner kann leider keine Haftung übernommen werden).

Und für alle die mögen, soll hier eine Sammlung eurer neu genähten Kleidungsstücke aus aussortierten Hemden entstehen, als Anregung und Ideensammlung für alle.

LINKSAMMLUNG: RECYCLE ME

genäht von https://www.facebook.com/Puscheltiere?fref=ts
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Verlinkt bei: Kostenlose Schnittmuster, Meitlisache, creadienstag, Handmadekultur.

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Second Hand goes upcycling

Liebe Leser,

meinen Kindern nähe ich selten Kleidung. Ich habe festgestellt, dass ich auf Flohmärkten sehr gut (zumindest bis ca. Gr. 140) fündig werde. Zuhauf gibt es modische gut erhaltene Kinderklamotten zum günstigen Preis und nicht zuletzt sind die widerlichen Giftstoffe, auf die viele Firmen scheinbar nicht verzichten können, wohl zumeist schon rausgewaschen. Gründe genug für mich (abgesehen vom Thema Recycling und positiver CO2 Bilanz als wünschenswerte Nebeneffekte) mich ab und zu mal in das Getümmel eines Kinderkleiderbazars zu werfen.

Und dann ist das ja noch nicht alles. Das eine oder andere Stück möble ich mit geringstmöglichen Aufwand auf. So geschehen bei diesem Outfit. Alles ist 100 % aus zweiter Hand. Schuhe und Rock habe ich noch aufgehübscht. Die Shirtbluse blieb wie sie war. Fürs Foto wurde sie mit einer überdimensionierten Papierblüte geschmückt. Aber schaut euch doch einfach mal die Bilder dazu an:

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Einmal das Komplettoutfit mit Kreppblume bitte sehr.2ndhand_0007 Kopie

Den Rock habe ich ganz dezent am Saum mit „Pusteblumen“ bedruckt (kleine Siebe). Siehe auch Artikel zum Thema Siebdruck.
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Die tollen Zehentrenner  aus Leder sind mir sofort ins Auge gestochen. Neu darauf sind die Lederpuschel. (Anmerkung der Autorin: Die Fußnägel von Siebenjährigen werden hier in Schwaben noch nicht manikürt).

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Das Shirt hat uns eine ganz liebe Nachbarin geschenkt. Der Enkelin war es zu klein. Danke Frau A. Sie sind sowieso ein Schatz.

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Und die Papierblume kann man schnell selbermachen – die Kinder werden es lieben mitzumachen. Anleitungen dazu finden sich im Internet zuhauf. Stichwort: Pompons selbermachen.

So habe ich die Lederpuschel angefertigt:

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Lederstreifen aus möglichst dünnem Leder oder Lederimitat ca. 5  breit zuschneiden. Länge je nach Dicke des gewünschten Puschels. Dieser Streifen ist gut 20 cm. Falten und kantig steppen. Mit einer scharfen Schere in jeweils 2 mm  Abstand bis knapp zur Naht einschneiden. IMG_0818

 

Fest schneckenförmig aufrollen und rückseitig mit Stichen fixieren. (Jetzt ist man froh, wenn man weiches und dünnes Leder zur Hand hatte).IMG_0819 Kopie

Mit dem Trenner oder einer spitzen Schere ein Loch vorbohren und die Puschelblume mit der Hand festnähen. Pfriem ja natürlich – auch ein hervorragendes Werkzeug für solche Zwecke.

Eigentlich habe ich auch noch irgendwo Bilder des Rockes im „Rohzustand“ – aber wo bloß? Trotz intensiver Suche, konnte ich sie meinem Rechner nicht entlocken, denn gemacht habe ich sie schon im frühen Jahr und dann „gut aufbewahrt“.  So hoffe ich nun, dass ihr die Sache mit dem „Drucken“ trotzdem glaubt, trotz fehlender Vorher-Nachher-Fotos.

Was denkt ihr über Secondhand? Kauft ihr da auch das eine oder andere Stück, woran ihr dann hoffentlich noch lange Freude habt?

Achso und vielleicht auch noch interessant: Mein materieller Invest für die Schuhe waren € 3,– und für den Rock € 5,–. Lederrest und Druckutensilien habe ich ja zu Hause. Da ist ist doch toll oder?

es grüßt euch herzlichst und in der Hoffnung auch von euch was zu hören,

Ingrid

Verlinken durfte ich freundlicherweise bei  „upcyclingdienstag“ und bei „creadienstag„. Außerdem das 1. Mal bei „Mehrte´s“ und bei „create in Austria„.